Bluesgeschichte(n) – Rhythms & Styles
Wir machen an diesem Wochenende eine Zeitreise durch die Bluesgeschichte: vom ursprünglichen Delta-Blues über Classic Female Blues bis hin zu urbanem Chicago-Blues und groovigem Funky Blues. Dabei lernen wir prägende Musikerinnen und Musiker kennen, erkunden die jeweils typischen Rhythms & Styles und finden dazu passende Ausdrucksformen im Tanz.
Workshop in zwei Teilen – einzeln oder zusammen buchbar.
Einige Kursinhalte ähneln oder überschneiden sich. Jeweils eine Stunde unterrichtet Annette gemeinsam mit Stef Rosen, einem unserer liebsten Bluesmusiker.
Beginner/Intermediate
Du möchtest tief(er) in die Welt des Blues eintauchen, mehr über seine Ursprünge erfahren und unterschiedliche Stile näher kennenlernen? Du hast hier und da schonmal Blues getanzt, vielleicht auch schon einige Blueskurse oder Workshops besucht? Dann bist Du hier richtig. Auch als Einstieg für Lindy Hopper, Tango-, Forró- und andere Tänzer*innen geeignet.
Wir beginnen unsere Reise im Mississippi-Delta. Hier lernen wir die Ursprünge des Blues ab dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert kennen: die Geschichten, die er erzählt und die Menschen, die ihn hervorgebracht haben, seine musikalischen Grundstrukturen und Stilmittel. In den 1920er-Jahren sind es vor allen Dingen Frauen, die den Blues vom Land in die Städte bringen und ihn populär machen. Ab den späten 1920-er Jahren wird Chicago zur Hochburg des Blues. Die E-Gitarre wird hier ab den 1940/50er Jahren stilbildend. Im Latin Blues verschmelzen etwa zur selben Zeit Blues und kubanischen Rhythmen. – Wir beschäftigen uns zunächst intensiv mit der für den Blues charakteristischen erdigen Haltung und dem typischen groovy Pulse, bevor wir erkunden, wie wir uns zu den verschiedenen Musikstilen entspannt und lässig bewegen können.
Advanced
Du spürst, wie dir der Blues zunehmend in Fleisch und Blut übergeht und Du Dich intuitiv mit der Musik verbindest – dabei fühlst Du Dich mit dynamischen Rhythmen ebenso wohl wie mit ruhigen oder verspielten. Du strebst nach einem tieferen Verständnis für die Musik und bringst dafür schon viel Erfahrung mit, auf die wir in diesem Workshop aufbauen können.
Wir starten mit kraftvollem, ursprünglichen Stompy Delta Blues, dessen akzentuierter Rhythmus für das Genre Blues stilbildend wurde. Ebenso intensiv, dabei aber deutlich leichtfüßiger, war der Early Boogie, der etwa zur gleichen Zeit unter dem Eindruck des gleichmäßig stampfenden Sounds der Dampflok entstand. Wie lernen verschiedene Künstlerinnen des Female Classic Blues kennen, bevor es nach Chicago geht, wo der Blues ab den 1920ern bis in die 1960er eine Blütezeit erlebte. In den späten 1960ern und den frühen 1970er-Jahren wurde schließlich Funky Blues zum afroamerikanischen Mainstream. – Wir tauchen tief ein in die verschiedenen Stile und finden unsere ganz individuellen Ausdrucksformen.
Hintergrundinfos
Der Blues hat seine Wurzeln im ausgehenden 19. Jahrhundert im Süden der USA. Es waren die afroamerikanischen Baumwollpflücker, die ihre Arbeit auf den Plantagen mit Gesängen erträglicher zu machen suchten. Dabei spiegelten die Field Hollers, Work Songs, Spirituals und schließlich der Blues Leid, Hoffnung, Widerstandskraft und den ständigen Kampf um die eigene Würde wider. Die Arbeit gab den Rhythmus vor, die Folge aus immer gleichen Bewegungen. Dabei verschmolzen afrikanische Musiktraditionen mit neueren Musikstilen. Aus den ursprünglichen Arbeiterliedern wurden zum Teil populäre Songs, die zur Unterhaltung auf House-Partys und zu anderen Gelegenheiten gespielt wurden.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde der Blues zur Stimme schwarzer Amerikanerinnen und Amerikaner, die mit dieser emotionalen Musik von ihren sozialen und wirtschaftlichen Problemen, von ihrem Schmerz und ihren Hoffnungen erzählten.
Die Kommerzialisierung durch Plattenlabels ab den 1920er-Jahren trug wesentlich zur Verbreitung und Popularisierung des Genres bei.
Mit der Industrialisierung und der Migration von Afroamerikaner*innen in den Norden der USA kam der Blues unter anderem nach Chicago. Unter dem Einfluss ganz unterschiedlicher Musikstile und mit dem Einsatz von E-Gitarren und Verstärkern entstanden hier völlig neue Ausdruckformen.
Ab den 1950er-Jahren verbreitete sich der Blues auch über die USA hinaus – dabei blieb der Blues im Süden der USA näher an seinen Ursprüngen, während sich im Norden ein urbaner, elektrisch geprägter Sound weiterentwickelte. Zunehmend griffen auch weiße Musiker*innen die markanten Rhythmen und Stilmittel des Blues auf und trugen dazu bei, das Interesse an Bluesmusik ab den 1960er-Jahren neu zu beleben.
Bis heute ist der Blues lebendig – ein Genre, das sich immer treu geblieben ist und gleichzeitig immer wieder neue Formen und Stile hervorbringt. Dabei war der Blues gleichzeitig Wegbereiter für andere Musikstile wie Jazz, Soul, Funk, Rock und R`n`B, die er maßgeblich mit prägte.
Geschichte des Blues: Von der Entstehung bis heute | FOCUS.de
Musik: Blues - Musik - Kultur - Planet Wissen
Die faszinierende Welt der Blues Musikrichtung: Ursprung und Einfluss
Time Table
Freitag, 27.02.2026
20:00-23:30 Uhr: Pre-Party für angemeldete Workshop-Teilnehmer*innen (Location steht noch nicht fest)
Samstag, 28.02.2026
12:00-14:45 Uhr: Beginner/Intermediate
15:30-18:15 Uhr: Advanced
19:30-20:30 Uhr: All-level-Taster (für alle, ohne Anmeldung)
20:30-00:00 Uhr: Messaround mit Stef Rosen (für alle, ohne Anmeldung)
Sonntag, 01.03.2026
11:00-13:45 Uhr: Beginner/Intermediate
15:00-17:45 Uhr: Advanced
Anmeldung
formlos per E-Mail an
Wir brauchen von Euch folgende Angaben:
- Vor- und Zuname,
- Workshop/Level,
- Rolle (Lead, Follow oder Switch?),
- Teilnahme an der Pre-Party? (für unsere Location-Planung)
Zum All-Level-Taster und zum Messaround am Samstag kommt einfach vorbei. Dafür braucht es keine Anmeldung.
Links
Annette Kühnle - annettedances.com
Wir freuen uns auf Euch!!
Viele Grüße
Euer BluesKitchen-Team
Blues History(ies) – Rhythms & Styles
This weekend, we're going to take a trip through the history of blues music: from the original Delta blues to classic female blues, urban Chicago blues, and groovy funky blues. We'll get to know influential musicians, explore the typical rhythms and styles of each genre, and find the right form of expression in dance.
The workshop is split into two parts, which you can book on their own or together.
Some of the course content is similar or overlaps. Annette's going to teach one hour with Stef Rosen, who's one of our favourite blues musicians.
Beginner/Intermediate
Would you like to dive deeper into the world of blues, learn more about its origins, and get to know different styles better? Have you danced blues here and there, maybe even attended a few blues classes or workshops? Then you've come to the right place.
Also suitable as an introduction for Lindy Hoppers, tango, forró, and other dancers.
We begin our journey in the Mississippi Delta. Here we learn about the origins of the blues from the late 19th and early 20th centuries: the stories it tells and the people who created it, its basic musical structures and stylistic devices. In the 1920s, it was mainly women who brought the blues from the countryside to the cities and made it popular. From the late 1920s onwards, Chicago became the stronghold of the blues. The electric guitar became a defining feature of the style here from the 1940s/50s onwards. Around the same time, Latin blues fused blues and Cuban rhythms. We will first take an in-depth look at the earthy attitude and typical groovy pulse characteristic of blues before exploring how we can move in a relaxed and casual way to different styles of music.
Advanced
You are increasingly finding that the blues is becoming second nature to you, and you are intuitively connecting with the music. You feel just as comfortable with dynamic rhythms as you do with calm or playful ones. You are eager to develop a deeper understanding of the music, and you have a wealth of experience to draw on in this workshop.
We will start with the powerful and original stompy Delta blues, whose accentuated rhythm became the hallmark of the blues genre. Equally intense but much lighter on its feet was early boogie, which emerged around the same time under the influence of steam locomotives' steady pounding sound. We will explore the work of various female classic blues artists before heading to Chicago, where the blues flourished from the 1920s to the 1960s. Finally, in the late 1960s and early 1970s, funky blues became mainstream African-American music. We will explore the different styles in depth and discover our own unique forms of expression.
Background information
The blues has its roots in the southern United States at the end of the 19th century. It was the African American cotton pickers who sought to make their work on the plantations more bearable by singing. The field hollers, work songs, spirituals, and finally the blues reflected suffering, hope, resilience, and the constant struggle for dignity. The work set the rhythm, the sequence of repetitive movements. African musical traditions merged with newer musical styles. Some of the original work songs became popular songs that were played for entertainment at house parties and other occasions.
In the early decades of the 20th century, blues became the voice of Black Americans, who used this emotional music to express their social and economic problems, their pain, and their hopes. Commercialization by record labels from the 1920s onwards contributed significantly to the spread and popularization of the genre.
With industrialization and the migration of African Americans to the northern United States, the blues came to Chicago, among other places. Under the influence of very different musical styles and with the use of electric guitars and amplifiers, completely new forms of expression emerged here.
From the 1950s onwards, blues spread beyond the US – with blues in the southern US remaining closer to its origins, while an urban, electric sound developed in the north. White musicians increasingly picked up on the distinctive rhythms and stylistic devices of the blues, helping to revive interest in blues music from the 1960s onwards.
Blues is still alive today – a genre that has always remained true to itself while constantly producing new forms and styles. At the same time, blues paved the way for other musical styles such as jazz, soul, funk, rock, and R&B, which it helped to shape significantly.
Some additional links (in German):
Geschichte des Blues: Von der Entstehung bis heute | FOCUS.de
Musik: Blues - Musik - Kultur - Planet Wissen
Die faszinierende Welt der Blues Musikrichtung: Ursprung und Einfluss
Time Table
Friday, February 27th, 2026
8:00 p.m. to 11:30 p.m.: Pre-party for registered workshop participants (location to be determined)
Saturday, February 28th, 2026
12:00 p.m.–2:45 p.m.: Beginner/Intermediate
3:30 p.m.–6:15 p.m.: Advanced
7:30 p.m.–8:30 p.m.: All-level taster session (for everyone, no registration required)
8:30 p.m.–12:00 a.m.: Messaround with Stef Rosen (for everyone, no registration required)
Sunday, March 1st, 2026
11:00 a.m.–1:45 p.m.: Beginner/Intermediate
3:00–5:45 p.m.: Advanced
Registration
Informal registration by email to
We need the following information from you:
- First and last name,
- workshop/level,
- role (lead, follow, or switch?),
- participation in the pre-party? (for our location planning)
For the all-level taster and the messaround on Saturday, just come by. No registration is required.
Links
Annette Kühnle - annettedances.com